21. Jan 2004
die Entscheidung fürs Finale wird erst mal wegen anhaltend starkem Wind auf ein Briefingum 12 Uhr verschoben, dann aber doch ein Treffpunkt auf dem Paddock anberaumt. Dort angekommen bläst der Wind unvermindert stark, aber nicht ganz so böig wie am Tag davor. Mach langem Wrten entscheinden sich Task und Safety Komitee für das festsetzen einer Aufgabe 137 km Richtung Osten. Auf Kursrichtung beginnen sich dann auch sehr bald die Wolken entlang einer Konvektionslinie aufzutürmen.
Die Aufgabe wird gestartet und bei 35 km/h Wind und sehr schwacher Thermik beginnt das Lotteriespiel, viele sitzen schon sehr bald ab andere schaffen es bis auf 1000 m und einige wenige auch ein paar Meter höher, so geht dahin
Mit dem Wind und wenig Aufwind über die Landschaft driften entspricht nun nicht ganz dem Ideal einer selektiven Wettbewerbsaufgabe. Jedenfalls gibt es diesmal bei einer schönen Abschlussfeier den 9. Platz für Olli und den 14. Platz für Lukas. Die Sieger sind Brad Hazlett, Oleg Bondarchuck und Jonny Durand jr. auf Platz 1, 2 und 3.
20. Jan 2004
der Tag nach der Front wurde wegen zu viel Wind abgesagt
19. Jan 2004
die großen Flüsse in Südostaustralien entspringen im Great Dividing und münden dann bei Adelaide in den Great Australian Bight. Drei dieser ca 2000 km langen Wasserläufe haben wir heut überflogen. Murrumbidgee, Edwards und Murray River sind die Namen die Landwirtschaft hier draussen möglich machen und Reichtum in diese erst jung bewirtschaftete Gegend bringen.
Die Aufgabe ging geradeaus von Hay zum Bendigo AeroClub. 242 km zeigt das GPS nach Eingabe der Daten. Da kommt ein bischen Hektik auf am Start und es macht sich Nervosität ob des langen Fluges breit. Und dann fliegen doch 37 Piloten ins Ziel. Zwei große Pulks mit einigen sehr aktiven Piloten ermöglichen dies im Wettbewerb und zeigen das Potential von Land, den heutigen Drachen und den teilnehmenden Piloten.
Lukas macht heut Platz 5, Olli Platz 7 und der verbessert sich damit auf Platz 7 gesamt. Lukas kommt nach dem verpatzten ersten Durchgang zurück auf Platz 16 (Lichtblick).
18. Jan 2004
Outback Australia – nennt man diese Gegend hier auch liebevoll. Und langsam gewöhnt man sich beim Fliegen an die unglaublichen Weiten dieses Landstrichs. Die Farmer mit 7000 hektar Land sind zwar stolz auf Ihre Farm, geben aber bescheiden zu Ihre hier zu den kleinen Farmen hier gehört. Heute fliegen wir erstmals dieses Jahr nach Norden. Und dort wird es dann wirklich einsam. Der erste Wendepunkt ist Booligal, ein Dorf mit zwei Farmen und einem Pub für die vorbeifahrenden Trucker. Und dann noch mal 120 km weiter kommt Ivenhoe, dort fliegen wir heut hin !! und dazwischen gibt’s nur einen Sendemasten in Moosgiel, bei dem ein unglaublicherweise bewohntes Haus steht. Auf diesen 120 km gibt es mit vornehmlich Schafen und ein paar Rindern bewirtschaftete Flächen, aber alles ist so weitläufig das man nur aus der Luft vereinzelt Tiere sieht. Des Farmers Spruch “überall auf der Welt zählt man Rinder pro Hektar, in Australien zählt man die Hektar pro Rind.
Also unsere Tagesaufgabe führt mit 182 km über einen Wendepunkt zum Flugplatz nach Ivenhoe. Olli und Lukas wir können uns beide am Startgate gut platzieren, allerdings ging ich noch davon aus dass es ein 10 km Radius ist. 5 min vor Öffnung des Startfensters wurde dies aber noch mal geändert in 15 km Radius. Bader hat´s zwar mitbekommen aber in der Luft einfach mit 10 km taktiert. Der Spitzenpulk geht ab und wir fliegen in knapp mehr als 3 Std ins Ziel. Mein kleiner Startfehler “kostet” heut 100 Pkt. Und 12 Plätze, gut dass ich mich trotzdem Overall noch verbessern kann und Olli wird mit dem 6. Tagesplatz jetzt insgesamt 9.
Gruß from Outback Australia – Lukas
17. Jan 2004
es bläst reichlich Wind (45 km/h) und daher wurde schon mittags der Tag abgesagt.
16. Jan 2004
der Tag beginnt vielversprechend – zum ersten mal in zehn Tagen Wolken am Himmel, sonst wars immer blau gewesen, beginnt der Tag prächtig. Es gibt eine 230 km Aufgabe direkt Richtung Südwesten. Aber schon um 14 Uhr bauen die Wolken in Richtung des Task so stark auf dass wir in der ganzen Region heftige Gewitter bekommen. Das SaftyKomitee und der Organisator entscheiden sich zum canceln der Flugaufgabe. Auch das führt wieder zu abenteuerlichen Erlebnissen hier im Outback, wo ein einstündiger Regenguss die Dirtroads im nicht befahrbare Schlammpfade verwandelt. Die Drachen, Gurte, Schuhe und die Autos bedürfen in den kommenden Tagen einer gründlichen Reinigung. Ich kam bei der Schlammschlacht gut davon weil ich zurück nach Hay fliegen konnte und dort auf dem Racecourse bei meinem Auto gelandet bin. Also stand dem Freitag nachmittaglichen sitzen in der Cafebar nichts im Wege. So sieht man auch mal das normale treiben auf den hiesigen Strassen.
15. Jan 2004
die Vor WM startet mit den gleichen Teilnehmern, wie bei den Hay Open. Nur ein paar wenige “neue” Australier sind noch dabei. Die Organisatoren sind die Gleichen, somit ändert sich für die Piloten weder Lokalität noch der tägliche Ablauf.
Wir hoffen auf besseres Wetter für größere Aufgaben, schließlich ist Hay der Ort wo 1997 bei den letzten Vor Weltmeisterschaften die durchschnittlichen Tagesaufgaben bei 171 km lagen. Und davon gabs neun hintereinander. Vor zwei Jahren sind wir hier die längste Aufgabe die je in einem Wettbewerb geflogen wurde angegangen, das waren seinerzeit 260 km !!!
Heute ist alles anders, nach dem Start traue ich erst meinen Augen dann dem Vario kaum, maxsimales Steigen von 0,7 m/s und bei 800 m kommen wir nicht durch die Inversion – ich glaube nicht mehr an die 163 km über zwei Wedepunkte die mein GPS mir anzeigt. Die Vorhersagen für den Tag war nicht so schlecht, aber die Auslösetemperatur wird nicht erreicht und die Inversionen sind sehr stark. Zudem ist fast kein Wind und so werden die Arme beim Kurbeln lang. Weiter im Norden schaffen es dann ein paar Piloten im Führungspulk bis auf 2800 m und das bringt dann gleich richtig viele Kilometer und so machen es dann auch 8 Piloten ins Ziel – bei mir lief es gar nicht, ich hatte auf deutlich besseres Wetter am Nachmittag kalkuliert und war einfach zu spät (15.15 Uhr) am Startgate.
Meinen Teammates geht es auch kaum besser, Gerolf landet schon nach ca 40 km, ich bei km 100, Attila bei 110, und Andy Orgler der ehemalige Kletterchampion macht es bis 30 km vor die Ziellinie. Er ist außerordentlich talentiert und lernt sehr systematisch aus seinen akribischen Aufzeichnungen.
Die Rückholung ist dann noch spannend, da die Gegend um Hillston zwar aus Farmland besteht, die Felder aber so groß sind dass man (Attila) auch ganz leicht mal 3 km über ein einziges Feld laufen muß um ans nächste Gate zu kommen. Für Attila müssen wir sogar einen Zaun auftrennen, da die Farm nur zeitweilig bewirtschaftet wird und deswegen verschlossen ist. Andy mit seinen Kletterfingern ist aber nicht mal der Stacheldraht zu zäh. Nach der Reparatur des Zauns auf der Heimfahrt, müssen die Schweizer ihr Auto mit einem Känguruhabdruck in der Motorhaube stehen lassen und wir verteilen den Inhalt auf die vorbeifahrenden Drachenfliegervehikel. Ankunft im Headquarter ist dann 23.45 Uhr und deswegen gibt’s diesen Bericht auch mit Verspätung.
Cheers mate – Lukas
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